Negative Keywords helfen dabei, Suchanfragen auszuschließen, die zwar eine Anzeige auslösen können, aber nicht zum Angebot, Einsatzgebiet oder gewünschten Kundentyp passen.
Sie sind kein Ersatz für eine klare Kampagnenstruktur. Richtig eingesetzt reduzieren sie jedoch potenziell irrelevante Klicks und verhindern, dass ein begrenztes Werbebudget für offensichtlich unpassende Suchabsichten verwendet wird.
Dieser Leitfaden erklärt die drei negativen Match Types, den Suchbegriffsbericht, die richtige Ebene für Ausschlüsse, mehrsprachige Kampagnen und typische Fehler bei der Erstellung von Negative-Keyword-Listen.
Direkte Antwort
Was sind Negative Keywords in Google Ads?
Negative Keywords – auch ausschließende Keywords oder Minus-Keywords genannt – verhindern, dass eine Anzeige bei bestimmten Suchbegriffen ausgeliefert wird. Welche Suchanfragen blockiert werden, hängt vom gewählten negativen Match Type ab.
Ein Negative Keyword ist sinnvoll, wenn die Suchabsicht eindeutig nicht zum Angebot passt. Ein Handwerksbetrieb, der ausschließlich Aufträge ausführt, möchte beispielsweise möglicherweise keine Klicks von Menschen bezahlen, die nach Jobs, Ausbildung, Werkzeugverleih oder kostenlosen Anleitungen suchen.
Negative Keywords können einen Teil unnötiger Streuverluste reduzieren. Sie ersetzen jedoch weder eine realistische Planung des Google-Ads-Budgets noch eine passende Landingpage und zuverlässiges Conversion-Tracking.
Match TypesWie funktionieren Broad, Phrase und Exact als Negative Keywords?
Negative Match Types verhalten sich anders als positive Keywords. Sie erweitern die Bedeutung nicht automatisch auf Synonyme, Singular- oder Pluralformen. Groß- und Kleinschreibung sowie Schreibfehler werden dagegen grundsätzlich berücksichtigt.
Negative Broad Match
Blockiert Suchanfragen, wenn alle enthaltenen Begriffe vorkommen – auch in anderer Reihenfolge. Enthält die Suche nur einen Teil der Begriffe, kann die Anzeige weiterhin erscheinen.
marketing jobsNegative Phrase Match
Blockiert Suchanfragen, wenn die vollständige Wortfolge in derselben Reihenfolge vorkommt. Vor oder nach der Phrase dürfen weitere Wörter stehen.
"marketing jobs"Negative Exact Match
Blockiert nur die genaue Suchanfrage ohne zusätzliche Wörter. Erweiterte Suchanfragen können weiterhin eine Anzeige auslösen.
[marketing jobs]| Negative Einstellung | Suchanfrage | Kann die Anzeige erscheinen? |
|---|---|---|
| Broad: marketing jobs | jobs marketing frankfurt | Nein – beide Begriffe kommen vor |
| Broad: marketing jobs | marketing karriere frankfurt | Ja – „jobs“ kommt nicht vor |
| Phrase: "marketing jobs" | marketing jobs frankfurt | Nein – die Wortfolge ist enthalten |
| Phrase: "marketing jobs" | jobs marketing frankfurt | Ja – die Reihenfolge ist anders |
| Exact: [marketing jobs] | marketing jobs | Nein – die Anfrage entspricht exakt dem Ausschluss |
| Exact: [marketing jobs] | marketing jobs frankfurt | Ja – die Anfrage enthält ein zusätzliches Wort |
Die offizielle Google-Dokumentation erklärt die Funktionsweise der negativen Keyword-Optionen mit weiteren Beispielen.
Wenn Sie „job“ ausschließen, bedeutet das nicht automatisch, dass auch „jobs“, „karriere“, „stellenangebot“ oder „ausbildung“ ausgeschlossen werden. Solche Varianten müssen je nach Kampagne separat geprüft werden.
DatenquelleDen Suchbegriffsbericht als Grundlage verwenden
Die wichtigste Datenquelle ist der Suchbegriffsbericht. Er zeigt sichtbare Suchanfragen, durch die Anzeigen ausgelöst wurden, und ermöglicht eine Bewertung anhand von Klicks, Kosten, Conversions und weiteren Kampagnendaten.
Nicht jede Suchanfrage sollte sofort ausgeschlossen werden. Teilen Sie die Begriffe zunächst in vier Gruppen:
- Relevant und wertvoll: Die Anfrage passt zum Angebot und erzeugt qualifizierte Ergebnisse.
- Relevant, aber noch ohne ausreichende Daten: Die Suchabsicht passt, die Datenbasis ist jedoch zu klein.
- Unklar: Die Anfrage benötigt eine Prüfung der Landingpage, des Suchkontexts oder der Leadqualität.
- Eindeutig irrelevant: Produkt, Leistung, Region oder Nutzerabsicht passen nicht zum Angebot.
Google beschreibt in der offiziellen Anleitung, wie Sie mit dem Suchbegriffsbericht Negative-Keyword-Ideen finden. Wird ein Suchbegriff direkt aus dem Bericht hinzugefügt, ist standardmäßig Negative Exact Match ausgewählt. Prüfen Sie deshalb vor dem Speichern, ob Exact, Phrase oder Broad zur gewünschten Ausschlusslogik passt.
SuchabsichtenWelche Suchanfragen sind häufig irrelevant?
Eine universelle Minuswortliste für alle Unternehmen gibt es nicht. Derselbe Begriff kann für ein Unternehmen irrelevant und für ein anderes geschäftlich wertvoll sein.
| Kategorie | Mögliche Begriffe | Vor dem Ausschluss prüfen |
|---|---|---|
| Jobs und Karriere | job, jobs, karriere, stellenangebot, ausbildung, praktikum | Werden aktuell Mitarbeiter gesucht? |
| Kostenlose Inhalte | kostenlos, gratis, vorlage, pdf, download, selber machen | Gibt es kostenlose Beratung, Downloads oder Lead-Magneten? |
| Falscher Leistungsumfang | mieten, gebraucht, ersatzteile, reparaturanleitung | Werden diese Varianten wirklich nicht angeboten? |
| Falsche Zielgruppe | privat, großhandel, b2b, für studenten | Welche Kundengruppe soll die Kampagne erreichen? |
| Falsche Region | nicht bediente Städte, Länder oder Liefergebiete | Ist das Problem besser über die Standortausrichtung lösbar? |
| Support und Navigation | login, hotline, bedienungsanleitung, kundenservice | Suchen Bestandskunden oder potenzielle Neukunden? |
Auch Wettbewerberbegriffe sollten nicht automatisch auf eine globale Ausschlussliste gesetzt werden. Je nach Strategie können solche Suchanfragen relevant, zu teuer, zu unklar oder bewusst nicht erwünscht sein.
StrukturAuf welcher Ebene sollten Negative Keywords angelegt werden?
Die richtige Ebene entscheidet darüber, wie weit ein Ausschluss wirkt.
- Anzeigengruppenebene: geeignet, wenn ein Begriff nur innerhalb einer bestimmten Anzeigengruppe ausgeschlossen werden soll. Zu viele gegenseitige Ausschlüsse können die Struktur jedoch unnötig komplizieren.
- Kampagnenebene: sinnvoll, wenn eine Suchabsicht für die gesamte Kampagne nicht relevant ist.
- Gemeinsame Negative-Keyword-Liste: geeignet für wiederkehrende Ausschlüsse, die auf mehrere ausgewählte Kampagnen angewendet werden.
- Account-Level: nur für Begriffe verwenden, die im gesamten Konto eindeutig unerwünscht sind.
Bei Performance Max können Negative Keywords auf Account- oder Kampagnenebene die Ausspielung auf Search- und Shopping-Inventar beeinflussen. Sie steuern nicht automatisch Display- und Video-Platzierungen. Für Markenbegriffe, Inhalte und Placements stehen teilweise andere Ausschlussmöglichkeiten zur Verfügung.
VorbereitungEine Negative-Keyword-Liste vor dem Start erstellen
Vor dem Kampagnenstart ist eine kleine, begründete Liste sinnvoll. Eine kopierte Sammlung mit mehreren hundert allgemeinen Begriffen ist dagegen riskant, weil sie wertvolle Suchanfragen blockieren kann.
Gehen Sie vor dem Start in dieser Reihenfolge vor:
- Angebotsgrenzen dokumentieren: Welche Leistungen, Produkte und Varianten werden ausdrücklich nicht angeboten?
- Zielgruppe abgrenzen: B2B oder B2C, Privatkunden oder Unternehmen, Mindestauftragswert und gewünschte Kundentypen.
- Region prüfen: Nicht bediente Gebiete möglichst zuerst über die Standortausrichtung ausschließen.
- Informationsabsichten sammeln: Jobs, Ausbildung, kostenlose Vorlagen, Anleitungen oder Support, sofern sie nicht zur Kampagne passen.
- Bestehende Daten verwenden: Frühere Suchbegriffe, Website-Suche, CRM-Rückmeldungen und wiederkehrende unpassende Anfragen auswerten.
- Match Type festlegen: Für jeden Ausschluss bestimmen, ob nur eine genaue Anfrage oder eine ganze Absicht blockiert werden soll.
- Ebene dokumentieren: Anzeigengruppe, Kampagne, gemeinsame Liste oder gesamtes Konto.
Wie Keywords, Negativbegriffe, Kampagnenstruktur, Landingpage und Ziele gemeinsam vorbereitet werden, zeigt unser Praxisleitfaden zu Google Ads für kleine Unternehmen.
MehrsprachigkeitNegative Keywords für mehrsprachige Kampagnen in Deutschland
In Deutschland können Nutzer auf Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch oder in weiteren Sprachen suchen. Ein deutsches Negative Keyword übersetzt sich nicht automatisch in andere Sprachen.
Eine Kampagne kann deshalb mehrere sprachliche Varianten benötigen:
| Suchabsicht | Deutsch | Weitere mögliche Varianten |
|---|---|---|
| Jobsuche | job, jobs, karriere, stellenangebot | vacancy, career, работа, вакансии, робота, вакансії |
| Kostenlos | kostenlos, gratis | free, бесплатно, безкоштовно |
| Selbst umsetzen | selber machen, anleitung, vorlage | DIY, tutorial, инструкция, шаблон, інструкція, шаблон |
Fügen Sie nicht vorsorglich jede Übersetzung hinzu. Prüfen Sie zuerst, welche Sprachen tatsächlich in den Suchbegriffen erscheinen und ob die jeweilige Absicht wirklich ausgeschlossen werden soll.
OptimierungsprozessSuchbegriffe regelmäßig und nachvollziehbar prüfen
Eine Negative-Keyword-Liste ist kein einmalig abgeschlossenes Dokument. Neue Suchanfragen, Angebote, Regionen und Kampagnentypen verändern die Anforderungen.
Ein praktischer Workflow:
- Suchbegriffsbericht für einen sinnvollen Zeitraum öffnen.
- Nach Kosten, Klicks, Conversions und Kampagne segmentieren.
- Suchabsicht und tatsächliches Angebot vergleichen.
- Bei vorhandenen Leads die Qualität im CRM oder Vertrieb prüfen.
- Relevante Begriffe als Keyword- oder Content-Idee markieren.
- Eindeutig irrelevante Begriffe mit passendem Match Type ausschließen.
- Unklare Begriffe weiter beobachten, statt sie vorschnell zu blockieren.
- Datum, Grund, Match Type und Ebene des Ausschlusses dokumentieren.
In der Startphase sollte die Prüfung häufiger erfolgen. Später kann der Rhythmus an Suchvolumen, Budget und Zahl neuer Suchbegriffe angepasst werden.
MessungNegative Keywords mit Conversion- und Leadqualität bewerten
Ein Suchbegriff kann viele Klicks erzeugen und trotzdem wertvoll sein. Umgekehrt kann ein Begriff eine Conversion auslösen, die sich später als unpassende oder nicht erreichbare Anfrage herausstellt.
Bewerten Sie deshalb nicht nur:
- Klicks und durchschnittlichen CPC;
- formale Conversions im Werbekonto;
- Kosten pro Conversion.
Berücksichtigen Sie zusätzlich:
- passt die Anfrage zur Leistung und Region;
- ist die Person erreichbar;
- entspricht das Projekt dem Mindestauftragswert;
- wurde ein Angebot erstellt;
- entstand ein Auftrag oder Umsatz.
Wie Google Ads, GA4, Consent und Rückmeldungen aus dem Vertrieb verbunden werden, erklärt der Leitfaden zum Google Ads Conversion-Tracking mit GA4 und Consent Mode.
FehleranalyseHäufige Fehler bei Negative Keywords
| Fehler | Mögliche Folge | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Große Standardliste aus dem Internet übernehmen | Relevante Suchanfragen werden unbemerkt blockiert | Jeden Ausschluss am eigenen Angebot prüfen |
| Zu allgemeines Broad Negative verwenden | Eine komplette wertvolle Suchabsicht fällt weg | Phrase oder Exact verwenden, wenn die Bedeutung enger sein soll |
| Preis- und Kostenbegriffe pauschal ausschließen | Kaufnahe Nutzer werden nicht mehr erreicht | Leadqualität und wirtschaftlichen Wert prüfen |
| Falsche Ebene wählen | Andere Kampagnen verlieren relevanten Traffic | Den Ausschluss so lokal wie möglich anlegen |
| Singular, Plural und Synonyme nicht berücksichtigen | Ähnliche irrelevante Varianten können weiterhin erscheinen | Reale Suchbegriffe prüfen und Varianten gezielt ergänzen |
| Negative und positive Keywords überschneiden sich | Gewünschte Anzeigen werden nicht ausgeliefert | Vor dem Speichern auf Konflikte prüfen |
| Nur auf Klickkosten reagieren | Relevante Begriffe werden bei zu kleiner Datenbasis ausgeschlossen | Suchabsicht, Conversions und Leadqualität gemeinsam bewerten |
| Ausschlüsse nicht dokumentieren | Reichweitenverluste lassen sich später schwer erklären | Grund, Ebene, Match Type und Datum festhalten |
Checkliste für eine saubere Negative-Keyword-Struktur
- Das beworbene Angebot und seine Grenzen sind dokumentiert.
- Die wichtigsten unpassenden Suchabsichten sind bekannt.
- Jedes Negative Keyword besitzt einen begründeten Match Type.
- Globale Ausschlüsse sind wirklich für das gesamte Konto irrelevant.
- Gemeinsame Listen werden nur auf passende Kampagnen angewendet.
- Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch werden bei Bedarf getrennt geprüft.
- Preis- und Kostenbegriffe werden nicht automatisch ausgeschlossen.
- Positive Keywords und Negative Keywords überschneiden sich nicht.
- Der Suchbegriffsbericht wird regelmäßig geprüft.
- Unklare Begriffe werden nicht bei zu kleiner Datenbasis blockiert.
- Conversions und Leadqualität fließen in die Entscheidung ein.
- Alle größeren Änderungen werden dokumentiert.
- Nach neuen Leistungen oder Regionen werden die Listen erneut geprüft.
Negative Keywords sollen Relevanz erhöhen, nicht Reichweite blind reduzieren
Eine gute Negative-Keyword-Strategie beginnt nicht mit einer möglichst langen Liste. Sie beginnt mit einem klaren Verständnis des Angebots, der Zielgruppe und der Suchabsichten, die das Unternehmen nicht bedienen kann.
Die besten Entscheidungen entstehen aus dem Zusammenspiel von Suchbegriffsbericht, passendem Match Type, richtiger Ausschlussebene, Conversion-Daten und Rückmeldung zur Leadqualität.
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