Website erstellen lassen in Deutschland: Kosten, Ablauf und Auswahl

Vier Website-Formate für Unternehmen von Landingpage bis Onlineshop
Webdesign · Entwicklung · Kostenplanung

Wer eine Website erstellen lassen möchte, sollte nicht mit Farben oder einer beliebigen Seitenzahl beginnen. Zuerst muss klar sein, welche geschäftliche Aufgabe die Website erfüllt, welche Funktionen benötigt werden und wie Besucher von der ersten Information bis zur Anfrage oder Bestellung geführt werden.

Die Kosten einer professionellen Website hängen deshalb nicht nur vom sichtbaren Design ab. Strategie, Informationsarchitektur, Texte, technische Umsetzung, mobile Nutzung, SEO, Tracking, Integrationen, Tests und spätere Betreuung gehören ebenfalls zur Planung.

Dieser Leitfaden erklärt, welcher Website-Typ zu welchem Ziel passt, welche Kostenblöcke berücksichtigt werden sollten, wie ein professioneller Projektablauf aussieht und worauf Unternehmen in Deutschland beim Vergleich von Angeboten achten müssen.


Direkte Antwort

Was kostet es, eine Website erstellen zu lassen?

Für eine professionelle Website gibt es keinen einheitlichen Preis. Der Aufwand hängt von Ziel, Umfang, Seitentypen, Design, Inhalten, Funktionen, Sprachen, Integrationen und gewünschter Betreuung ab.

Projektkosten = Strategie + Struktur + Content + Design + Entwicklung + Integrationen + Tests + Launch Laufende Kosten für Domain, Hosting, Plattform, Apps, Wartung, Support und Weiterentwicklung werden separat kalkuliert.

Eine kompakte Unternehmensseite benötigt normalerweise weniger Konzeptions- und Entwicklungsarbeit als eine mehrsprachige Corporate Website mit mehreren Leistungen, Formularen, Schnittstellen und SEO-Landingpages.

Ein Onlineshop benötigt zusätzlich Produktdaten, Kategorien, Varianten, Warenkorb, Checkout, Zahlungsarten, Versandregeln, Bestell-E-Mails, Tracking und stabile Prozesse für die Auftragsbearbeitung.

Der günstigste Projektpreis ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Eine unklare oder technisch schwer wartbare Website kann später zusätzliche Kosten durch schwache Anfragen, fehlendes Tracking oder eine vollständige Neuentwicklung verursachen.
Website-Typen

Welcher Website-Typ passt zum Unternehmen?

Eine größere Website ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, welches Format die aktuelle geschäftliche Aufgabe zuverlässig erfüllt.

Webseite Visitenkarte

Eine kompakte Präsenz für ein überschaubares Angebot, zentrale Unternehmensinformationen und eine klare Kontaktmöglichkeit.

Landingpage

Eine fokussierte Seite für ein Angebot, eine Werbekampagne, einen Produktstart oder eine bestimmte Zielhandlung.

Corporate Website

Eine mehrseitige Unternehmenswebsite mit Leistungen, Zielgruppen, Projekten, Ratgeberinhalten und langfristiger Erweiterbarkeit.

Onlineshop

Eine Verkaufsplattform mit Produkten, Kategorien, Warenkorb, Checkout, Zahlungs- und Versandlogik.

Für die erste Version sollten nur Funktionen eingeplant werden, die für den Start tatsächlich benötigt werden. Weitere Bereiche können später auf Grundlage realer Nutzung ergänzt werden.

Kostenfaktoren

Welche Faktoren beeinflussen die Website-Kosten?

Bereich Geringerer Aufwand Höherer Aufwand
Projektziel Unternehmen vorstellen und Kontakt ermöglichen Leads, Verkäufe, Kundenkonten oder komplexe Prozesse
Umfang Wenige klar definierte Seiten Viele Leistungen, Produkte, Regionen oder Content-Bereiche
Design Anpassung eines vorhandenen Systems Individuelle visuelle Richtung und eigene Komponenten
Texte Geprüfte Inhalte werden bereitgestellt Recherche, Positionierung, Copywriting und SEO-Texte
Technik Standardfunktionen der Plattform Individuelle Module, Schnittstellen und Automatisierung
Sprachen Eine Sprache und ein Markt Mehrere lokalisierte Sprach- und Marktversionen
E-Commerce Kleiner Katalog mit einfacher Bestelllogik Viele Varianten, Märkte, Feeds und Versandregeln
Tracking Grundlegende Formulare oder Käufe Mehrere Conversion-Wege, CRM und individuelle Events
Kostenstruktur

Einmalige und laufende Website-Kosten trennen

Typische einmalige Projektleistungen

  • Briefing und Analyse der Geschäftsaufgabe;
  • Website-Konzept und Informationsarchitektur;
  • Wireframes und Nutzerwege;
  • Copywriting und Content-Aufbereitung;
  • Webdesign und Designsystem;
  • technische Entwicklung;
  • Einrichtung von CMS, Shop und Formularen;
  • Basis-SEO und Metadaten;
  • Tracking-Konfiguration;
  • Tests, Korrekturen und Veröffentlichung.

Typische laufende Kosten

  • Domain, Hosting oder Plattform-Abonnement;
  • kostenpflichtige Themes, Apps oder Plugins;
  • Wartung und Sicherheitsupdates;
  • Support und kleinere Änderungen;
  • SEO, Content und Weiterentwicklung;
  • Analytics-, CRM- oder weitere Softwarekosten.
Projektablauf

Wie läuft die professionelle Website-Erstellung ab?

1. Geschäftsaufgabe definieren Es wird geklärt, ob die Website informieren, Anfragen erzeugen, Termine ermöglichen, Produkte verkaufen oder mehrere Aufgaben verbinden soll.
2. Zielgruppen und Angebote priorisieren Leistungen, Produkte, Regionen und Kundengruppen der ersten Version werden festgelegt.
3. Informationsarchitektur planen Seiten, Navigation, Nutzerwege und Beziehungen zwischen Leistungen, Projekten, Artikeln und Kontaktmöglichkeiten werden aufgebaut.
4. Inhalte vorbereiten Texte, Belege, Bilder, FAQs und Call-to-Actions werden in eine verständliche Reihenfolge gebracht.
5. Designsystem entwickeln Typografie, Farben, Abstände, Komponenten und mobile Ansichten werden als einheitliches System gestaltet.
6. Technisch umsetzen Die freigegebenen Seiten werden im CMS oder Shopsystem entwickelt und mit Formularen, Tracking und Integrationen verbunden.
7. Testen und veröffentlichen Links, Formulare, mobile Darstellung, Browser, Weiterleitungen und wichtige Nutzerwege werden geprüft.
Vorbereitung

Was muss der Auftraggeber bereitstellen?

  • Beschreibung des Unternehmens und seiner Leistungen;
  • priorisierte Zielgruppen und Regionen;
  • eine verantwortliche Person für Entscheidungen;
  • Logo, Farben und vorhandene Branding-Unterlagen;
  • Fotos, Videos, Referenzen und Projekte;
  • Informationen zu Preisen, Abläufen und Voraussetzungen;
  • häufige Kundenfragen und Einwände;
  • Zugänge zu Domain, Hosting, CMS und Analytics;
  • benötigte Formulare, Integrationen und Sprachen;
  • rechtliche Texte oder einen geeigneten Ansprechpartner.
Technologie

Baukastensystem, CMS, Shopify oder individuelle Entwicklung?

Die Plattform sollte zum Geschäftsmodell, zu den benötigten Funktionen und zu den internen Ressourcen passen.

Lösung Geeignet für Worauf achten?
Baukastensystem Kleine Projekte mit Standardanforderungen Funktionsgrenzen, Plattformbindung und Erweiterbarkeit
Standard-CMS Unternehmenswebsites und flexible Content-Strukturen Updates, Sicherheit und redaktionelle Bedienbarkeit
Shopify Produktverkauf und skalierbaren E-Commerce Theme, Apps, Produktstruktur, Märkte und laufende Kosten
Individuelle Entwicklung Besondere Prozesse und komplexe Integrationen Budget, Dokumentation und langfristige Wartbarkeit
Mobile und SEO

Mobile Nutzung und SEO müssen vor dem Launch geplant werden

Mobile Optimierung bedeutet nicht, dass eine Desktop-Seite nur verkleinert wird. Navigation, Textlängen, Bilder, Formulare, Buttons und Inhaltsreihenfolge müssen für kleine Bildschirme geplant werden.

SEO sollte ebenfalls vor dem finalen Design beginnen. Es muss geklärt werden, welche Leistungen und Produkte eigene Seiten benötigen, welche Suchintention jede Seite beantwortet und wie Kategorien, Artikel und kommerzielle Seiten miteinander verbunden werden.

Bei einer bestehenden Website sollten vor einem Relaunch sichtbare URLs, externe Links und organischer Traffic analysiert werden. Der Leitfaden zum SEO-Audit für KMU erklärt diese Prüfung.

Google erläutert die Anforderungen an Mobile-First-Indexierung und an Website-Umzüge mit URL-Änderungen.

Relaunch-Risiko: Werden bestehende URLs ohne Inventar und Redirect-Plan ersetzt, können bereits aufgebaute Rankings und externe Links verloren gehen.
Werbung und Landingpages

Wann reicht die Startseite nicht als Werbeziel?

Eine Unternehmenswebsite muss mehrere Leistungen erklären. Eine Werbekampagne konzentriert sich dagegen häufig auf ein einzelnes Angebot.

Eine spezialisierte Landingpage kann dann das Anzeigenversprechen direkt bestätigen, unnötige Ablenkungen reduzieren und Besucher zu einer eindeutigen Handlung führen.

Den vollständigen Aufbau erklärt unser Leitfaden zur Landingpage für Google Ads.

Tracking und Verantwortung

Messbarkeit und rechtliche Inhalte vor dem Launch klären

Vor der Umsetzung sollte feststehen, welche Aktionen als relevante Conversions gelten: erfolgreiche Formulare, Terminbuchungen, qualifizierte Anrufe, Downloads oder Käufe.

Google Ads, GA4, Tag Manager, Consent-Lösung und CRM müssen technisch sinnvoll zusammenspielen. Impressum, Datenschutzerklärung, Consent und weitere rechtliche Inhalte sollten für das konkrete Geschäftsmodell fachlich geprüft werden.

Zugänge

Welche Systeme sollte das Unternehmen kontrollieren?

  • Domainverwaltung und Hosting;
  • Administratorzugang zum CMS oder Shop;
  • Google Search Console;
  • GA4 und Google Tag Manager;
  • Merchant Center bei Onlineshops;
  • Liste eingesetzter Themes, Apps und Abonnements;
  • Design- und Quelldateien, soweit vereinbart;
  • Dokumentation wichtiger Funktionen;
  • klare Bedingungen für Wartung und Support.
Angebote vergleichen

Woran erkennt man ein nachvollziehbares Angebot?

  • Geschäftsziel und Website-Typ sind definiert.
  • Enthaltene Seiten und Funktionen sind aufgeführt.
  • Strategie, Content, Design und Entwicklung werden getrennt beschrieben.
  • Mobile Optimierung und Tests sind berücksichtigt.
  • SEO, Tracking und Consent sind klar abgegrenzt.
  • Feedbackrunden und Freigaben sind geregelt.
  • Eigentum, Zugänge und Nutzungsrechte sind geklärt.
  • Support nach dem Launch ist beschrieben.
Vorsicht bei unklaren Pauschalen: Begriffe wie „Website komplett“, „SEO inklusive“ oder „unbegrenzte Änderungen“ müssen konkret erklärt werden.
FAQ

Häufige Fragen zur Website-Erstellung

Reicht eine Onepage-Website?

Für ein überschaubares Angebot kann sie ausreichen. Mehrere Leistungen, Zielgruppen und SEO-Themen benötigen häufig eine strukturierte Website.

Brauche ich zusätzlich eine Landingpage?

Nicht immer. Sie ist sinnvoll, wenn Werbung auf ein einzelnes Angebot und eine klare Zielhandlung ausgerichtet ist.

Sind Texte und Bilder enthalten?

Das hängt vom Angebot ab. Copywriting, Übersetzung, Fotografie, Video und Grafik sollten ausdrücklich genannt werden.

Kann ich den Inhalt später selbst bearbeiten?

Mit einem passenden CMS oder Shopsystem können viele Inhalte intern gepflegt werden. Bearbeitbare Bereiche und Schulung sollten im Projekt definiert sein.

Ist SEO nach der Veröffentlichung abgeschlossen?

Nein. Eine gute technische Grundlage ersetzt keine langfristige Arbeit an Content, interner Verlinkung und Suchintention.

Ist Wartung im Projektpreis enthalten?

Erstellung und laufende Wartung sind häufig getrennte Leistungen. Das Angebot sollte den Support nach dem Launch beschreiben.

Fazit

Eine professionelle Website beginnt mit der richtigen Aufgabe

Ein erfolgreiches Website-Projekt verbindet Geschäftsziele, den passenden Website-Typ, Inhalte, Technik, mobile Nutzung, SEO und Messbarkeit.

Entscheidend ist nicht nur, wie viele Seiten erstellt werden, sondern ob die Website das Angebot verständlich präsentiert, zuverlässig gepflegt werden kann und eine Grundlage für Anfragen, Werbung, organische Sichtbarkeit oder Verkäufe schafft.

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