Brand- und Non-Brand-Kampagnen sauber voneinander trennen

Historisches Katasterfolio mit deckungsgleichen Kartenebenen und getrennten Registern als Bild für die Abgrenzung von Brand- und Non-Brand-Kampagnen

01 · Orientierung

Brand und Non-Brand brauchen eine überprüfbare Grenze

Ein niedriger durchschnittlicher CPA kann verdecken, dass Ihr Unternehmen bei allgemeinen Suchanfragen immer weniger passende Anfragen gewinnt. Wenn zugleich mehr Menschen nach Ihrem Namen suchen, verbessert sich der Kontodurchschnitt möglicherweise allein durch diesen günstigeren Anteil. Die Trennung von Brand und Non-Brand soll deshalb eine konkrete Frage beantworten: Welche Nachfrage bedienen Ihre Kampagnen, und wie wirtschaftlich bearbeiten sie diese jeweils?

Für KMU ist dafür keine möglichst große Zahl von Kampagnen nötig. Benötigt werden eine verbindliche Definition der eigenen Marke, nachvollziehbare Regeln für gemischte Suchanfragen und ein Bericht, der unbekannte Anteile sichtbar lässt. Erst danach folgen Kampagnen, Ausschlüsse und Budgets. Ein Kampagnenname wie „Non-Brand“ ist noch kein Nachweis, dass dort tatsächlich keine eigenen Markenanfragen auftreten.

Die Kontostrukturkarte als gemeinsamer Arbeitsstand

Dieser Leitfaden führt Sie zu einer Kontostrukturkarte mit Zuständigkeiten, erlaubten Suchanfragen, Ausschlüssen und Prüfnachweisen. Sie trennt die geschäftliche Definition von den technischen Möglichkeiten. Die Google-Dokumentation zu Markeneinstellungen beschreibt den jeweils unterstützten Umfang; Ihre eigene Karte dokumentiert, welche Funktion im konkreten Konto tatsächlich eingerichtet ist.

Wichtige Grenze: Brand bezeichnet hier Suchanfragen mit Bezug zur eigenen Marke. Das ist keine Einteilung in bestehende und neue Kunden. Auch ein erstmaliger Interessent kann Ihren Namen suchen; ein langjähriger Kunde kann über einen allgemeinen Produktbegriff kommen.

Stand der fachlichen Prüfung: 15. September 2026. Beispiele und Zahlen sind didaktisch konstruiert und beschreiben keine Ergebnisse eines Kundenprojekts.

02 · Definition

Legen Sie zuerst fest, was Ihre eigene Marke umfasst

Beginnen Sie mit einem Markenverzeichnis. Erfassen Sie den Unternehmensnamen, tatsächlich verwendete Kurzformen, den Domainnamen und eigenständige Produktmarken. Prüfen Sie jeweils, ob Suchende damit eindeutig Ihr Unternehmen meinen. Ein beschreibender Firmenname wie „Büroausstattung Direkt“ kann gleichzeitig eine allgemeine Nachfrage ausdrücken. Solche Fälle brauchen eine begründete Entscheidung, keine automatisch übernommene Wortliste.

Das fiktive Unternehmen Falkenwerk Büroeinrichtung verkauft Einrichtungen für gewerbliche Arbeitsplätze. „Falkenwerk“ und „Falkenwerk Büroeinrichtung“ sind eigene Markenbezüge. „Büromöbel Frankfurt“ ist allgemein. Eine fremde Herstellermarke im Sortiment ist dagegen nicht allein deshalb die eigene Unternehmensmarke. Auch die Bezeichnung eines Wettbewerbers erhält eine gesonderte Kategorie.

Markenverzeichnis und Google-Markenliste erfüllen verschiedene Aufgaben

Ihr Verzeichnis enthält die geschäftliche Definition samt Begründung und Verantwortlichem. Die Markenliste in Google Ads ist ein technisches Objekt für unterstützte Markeneinstellungen. Fehlt ein geeigneter Markeneintrag, können Sie dessen Aufnahme beantragen. Die angezeigte Marken-URL dient der Unterscheidung ähnlich benannter Marken; sie begrenzt weder Länder noch Suchanfragen. Prüfen Sie deshalb den konkreten Eintrag, alternative Namen und eigenständige Tochtermarken, bevor Sie die Liste mit Kampagnen verknüpfen.

Eine Domain allein kann mehrere Namen führen; umgekehrt kann eine Marke auf mehreren Domains auftreten. Pflegen Sie deshalb nicht nur eine Liste von URLs. Halten Sie außerdem fest, welche früheren Namen weiterhin gesucht werden und welche Mehrdeutigkeiten noch ungeklärt sind. Ein nicht eindeutig zuordenbarer Begriff bleibt zunächst in der Prüfklasse.

STOP: Solange die eigene Marke nicht von Händlermarken, Wettbewerbern und allgemeinen Begriffen abgegrenzt ist, ist eine umfassende Ausschlussliste noch nicht freigabefähig.

Wenn Sie Marken mehrerer verbundener Unternehmen betreuen, legen Sie den Bezug für jedes Konto gesondert fest. Eine Schwestermarke ist nicht automatisch die eigene Marke der beworbenen Einheit. Dasselbe gilt für Händler und Hersteller. Dokumentieren Sie, ob eine gemeinsame Dachmarke ausdrücklich eingeschlossen ist. Das verhindert, dass eine technisch korrekt ausgewählte Markenliste eine geschäftlich falsche Zuständigkeit abbildet.

03 · Suchanfragen

Ordnen Sie Suchanfragen einer eindeutigen Klasse zu

Verwenden Sie für den operativen Bericht Klassen, die sich gegenseitig ausschließen. Eine zusätzliche Analysekennzeichnung ist möglich, darf aber nicht dieselbe Anfrage zweimal in die Gesamtsumme aufnehmen. Bei gemischten Begriffen entscheidet eine vorab festgelegte Reihenfolge: zuerst die Kombination eigener Marke und Wettbewerber, dann andere eigene Markenbezüge, danach Wettbewerber, fremde Produktmarken, allgemeine Nachfrage und unklare Fälle.

Sieben Klassen für Falkenwerk Büroeinrichtung

Klasse Beispiel Eigene Marke Absicht Zuständigkeit Prüfung
Eigene Marke, rein falkenwerk Ja Unternehmen finden Brand Search Eindeutiger Namensbezug
Eigene Marke und Produkt falkenwerk schreibtisch Ja Angebot prüfen Brand Search Produktbezug gehört zum eigenen Angebot
Eigene Marke und Service falkenwerk lieferstatus Ja Bestehenden Vorgang klären Gesonderte Serviceentscheidung Keine automatische Vertriebswertung
Eigene Marke und Wettbewerber falkenwerk oder nordkontor Ja, gemischt Anbieter vergleichen Eigene Vergleichsklasse Einmal zählen, Zuständigkeit festlegen
Nur Wettbewerber nordkontor büromöbel Nein Anderen Anbieter finden Separater Beschluss Nicht dem allgemeinen Kern zurechnen
Fremde Produktmarke markenstuhl herstellername Nein Konkretes Fabrikat suchen Sortimentsbezogene Gruppe Hersteller und Händler unterscheiden
Allgemein oder ungeklärt büromöbel frankfurt Nein oder offen Bedarf ohne eigenen Namen Non-Brand oder Prüfung Unklare Fälle separat kennzeichnen

Die letzte Zeile beschreibt den Entscheidungszweig, nicht eine gemeinsame Ergebniskennzahl: eindeutig allgemeine Anfragen gehen in Non-Brand, ungeklärte bleiben im Bericht separat. Für die gemischte Vergleichsklasse muss das Unternehmen ausdrücklich entscheiden, ob und wo bezahlte Ansprache erwünscht ist. Eine Zuordnung zur Brand-Kampagne hebt ihre gesonderte Berichtsklasse nicht auf.

04 · Kontokarte

Zeichnen Sie Zuständigkeiten, bevor Sie Kampagnen anlegen

Die Kontostrukturkarte übersetzt jede Klasse in eine betriebliche Zuständigkeit. Sie dokumentiert nicht nur, welche Kampagne etwas erhalten soll, sondern auch, welcher Nachweis dafür vorliegt. Optionaler Inventarumfang wird ausdrücklich markiert. Ein Dienstleistungsunternehmen ohne Produktfeed braucht beispielsweise keine Shopping-Kampagne, nur damit die Karte vollständig aussieht.

Eine kompakte Struktur mit fünf möglichen Bereichen

Kennung Aufgabe Erlaubte Nachfrage Grenze Ziel und Budget Nachweis
S-B01 Brand Search Freigegebene eigene Markenklassen Service und Vergleiche ausdrücklich regeln Qualifizierter Lead; eigener Budgetentscheid Einstellungen und sichtbare Suchanfragen
S-N01 Non-Brand Search Allgemeiner passender Bedarf Eigene Marke kampagnenbezogen ausschließen Derselbe qualifizierte Lead; eigener Budgetentscheid Ausschlüsse, Ziel und Anfrageprüfung
S-X01 Sonderfälle, falls sinnvoll Freigegebene Vergleiche oder Fremdmarken Getrennte Klassen trotz gemeinsamer Betreuung Begründeter Einsatz und Risikoobergrenze Freigabe und wirtschaftliche Prüfung
P-01 Performance Max, optional Definierte Aufgabe über unterstützte Kanäle Markenausschluss mit dokumentiertem Umfang Passendes Ziel; eigene Budgetentscheidung Such-, Kanal- und Einstellungsprüfung
SH-01 Shopping, optional Produkte aus geeignetem Feed Markenbezug und Produktlogik prüfen Wirtschaftliches Produktziel Feed, Suchanfragen und Ausschlüsse

S-B01 und S-N01 verwenden im Beispiel dieselbe Definition des qualifizierten Leads. Ihre Gebotsentscheidungen können dennoch unterschiedlich sein. Diese Trennung verhindert, dass eine scheinbare Verbesserung lediglich durch ein leichteres Conversion-Ziel in einer Kampagne entsteht. Die Kennungen sind Beispiele, keine vorgeschriebene Benennung.

05 · Umfang

Trennen Sie nur dort, wo eine eigene Entscheidung nötig ist

Eine eigene Kampagne ist sinnvoll, wenn Sie Budget, Gebotslogik, Zielgruppe, geografischen Umfang oder Verantwortung unabhängig steuern müssen. Der bloße Wunsch nach einer zusätzlichen Zeile im Bericht reicht nicht immer aus. Berichtskategorien lassen sich auch innerhalb einer überschaubaren Struktur bilden. Jede weitere Kampagne bringt Pflegeaufwand und möglicherweise weniger Daten je Entscheidungsbereich mit.

Für Falkenwerk kann eine eigenständige Brand-Kampagne gerechtfertigt sein, wenn das Unternehmen die Ausgaben für bekannte Nachfrage klar begrenzen und allgemeine Nachfrage unabhängig bewerten will. Eine eigene Kampagne für jede Schreibweise des Namens würde dagegen denselben Zweck mehrfach abbilden. Die Varianten gehören zunächst in das Markenverzeichnis und die technische Abdeckung.

Eine Entscheidung, ein verantwortlicher Bereich

Prüfen Sie vor jeder Aufteilung drei Fragen: Welche Entscheidung wird dadurch besser? Wer trifft sie? Welche Daten reichen dafür aus? Fehlt eine belastbare Antwort, genügt häufig eine Kennzeichnung im Bericht. Das gilt besonders bei kleinen Budgets und wenigen qualifizierten Anfragen. Eine schwache Datenbasis wird durch zusätzliche Kampagnen nicht automatisch präziser.

Halten Sie außerdem fest, ob eine Strukturänderung nur die Zuständigkeiten ordnet oder zusätzlich die Reichweite verändert. Werden gleichzeitig Ausschlüsse ergänzt, Gebote geändert und Zielregionen erweitert, lässt sich eine spätere Entwicklung kaum einer Ursache zuordnen. Planen Sie solche Eingriffe getrennt, soweit das betrieblich möglich ist.

Freigaberegel: Jede neue Kampagne benötigt einen eigenen Zweck, einen Verantwortlichen und eine überprüfbare Abgrenzung. Eine größere Kontokarte ist kein Qualitätsmerkmal.

Mehrere Sprachen oder Regionen rechtfertigen ebenfalls keine pauschale Vervielfachung. Prüfen Sie, ob Angebot, Budgetverantwortung und Betreuung tatsächlich verschieden sind. Bei getrennten Bereichen muss dieselbe Marke konsistent behandelt werden, während lokale Mehrdeutigkeiten dokumentiert bleiben. Ein deutschsprachiger Markenbegriff kann im anderssprachigen Kontext eine andere Bedeutung haben. Die zentrale Taxonomie sollte solche Ausnahmen aufführen, ohne sie in eine scheinbar einheitliche Definition zu zwingen.

06 · Ausgangsdaten

Erheben Sie eine Ausgangslage mit vergleichbaren Zielen

Exportieren Sie vor der Änderung einen ausreichend reifen Zeitraum mit Kosten, Conversions, Conversion-Werten und den sichtbaren Suchanfragen. Ergänzen Sie die tatsächlich verwendeten Conversion-Ziele und die Einstellungen der betroffenen Kampagnen. Ein Screenshot des Kampagnennamens genügt nicht. Entscheidend ist, welche Aktionen für die Optimierung zählen und welche Daten mit Verzögerung eintreffen.

Die Auswahl eines geeigneten Zeitraums richtet sich nach Nachfrage, Saisonalität und Ihrem tatsächlichen Vertriebszyklus. Nutzen Sie keine pauschale Mindestdauer als Ersatz für die Prüfung. Wenn qualifizierte Anfragen erst später im CRM bestätigt werden, müssen die verglichenen Zeiträume ähnlich reif sein. Ein jüngerer Zeitraum mit fehlenden Rückmeldungen kann den CPA zunächst künstlich verschlechtern.

Suchabsicht und Messung gemeinsam dokumentieren

Für die Zuordnung allgemeiner und markenbezogener Begriffe hilft der ergänzende SaleStudia-Leitfaden zur Keyword-Recherche und Suchabsicht. Übernehmen Sie daraus nur Kriterien, die zu Ihrem Angebot passen. Bewahren Sie die Originalsuchanfrage neben ihrer Klasse auf, damit eine spätere Korrektur nachvollziehbar bleibt.

Notieren Sie zusätzlich Feiertage, Preisaktionen, Änderungen an Formularen und größere Vertriebsunterbrechungen. Solche Ereignisse können Brand und Non-Brand unterschiedlich beeinflussen. Ihre Ausgangslage sollte deshalb sowohl Zahlen als auch einen kurzen Ereignisverlauf enthalten. Sie ist eine Vergleichsbasis, kein Beweis dafür, wie sich das Konto ohne Änderung entwickelt hätte.

07 · Search

Prüfen Sie Markeneinschlüsse und Ausschlüsse im konkreten Konto

Für neue Markeneinschlüsse und Markenausschlüsse in Search ist AI Max auf Kampagnenebene erforderlich. Bereits vorhandene Einstellungen können außerhalb von AI Max weiter funktionieren: Bestehende Listen lassen sich weiterhin um Marken ergänzen, und Einstellungen können entfernt werden. Um eine neue Markenliste zuzuweisen, ist nach der beschriebenen Umstellung AI Max nötig. Prüfen Sie den Einrichtungsweg Ihres Kontos, statt eine alte Anleitung unverändert zu übernehmen.

Die technische Einrichtung einer Brand-Grenze ist von der Entscheidung über AI Max als Ganzes zu unterscheiden. Der ergänzende SaleStudia-Leitfaden zu ausschließenden Keywords und irrelevanten Suchanfragen hilft, die andere mögliche Ausschlusslogik einzuordnen. Negative Keywords bilden Markenerkennung nicht vollständig nach. Dokumentieren Sie vor einer Aktivierung, welche Funktionen Sie tatsächlich benötigen und welche weiteren Einstellungen dadurch relevant werden.

Gruppenregeln sind nicht automatisch eine Schnittmenge

Prüfen Sie die Google-Anleitung zu Markeneinschlüssen in Search für die jeweilige Ebene. Wird eine Markenliste auf Anzeigengruppenebene eingerichtet, überschreibt sie die kampagnenweite Einschlussregel für diese Gruppe. Rechnen Sie nicht damit, dass beide Listen automatisch als Schnittmenge wirken.

Konfliktregel: Ein Markenausschluss hat Vorrang vor einem entgegenstehenden Einschluss. Auch ausschließende Keywords können gewünschte Markenanfragen blockieren. Prüfen Sie daher alle wirksamen Ebenen gemeinsam, bevor Sie eine Kampagne freigeben.

Speichern Sie die freigegebenen Listen, Ebenen und Ausnahmen mit Datum in der Kontokarte. Die Bezeichnung „Brand erlaubt“ ohne diese Angaben lässt sich später nicht verlässlich prüfen.

08 · Performance Max

Beschreiben Sie den Umfang von PMax-Ausschlüssen präzise

Performance Max enthält verschiedene Kanäle und Formate. Ein Markenausschluss macht deshalb nicht automatisch die gesamte Kampagne zu einem vollständig markenfreien Bereich. Die spezielle Google-Anleitung nennt Search, Shopping und YouTube Search. Die allgemeine Übersicht nennt weiterhin nur Search und Shopping. Dokumentieren Sie deshalb den bestätigten Umfang und den Prüfstand. Aus der speziellen Anleitung folgt kein Ausschluss sämtlicher YouTube-, Video- oder Display-Ausspielungen.

Prüfen Sie außerdem eine mögliche Shopping-Ausnahme. Wenn trotz Markenausschluss Shopping-Anzeigen bei Suchen nach ausgeschlossenen Marken zugelassen werden, bleibt genau dort bewusst eine Überschneidung bestehen. Das kann eine begründete Produktentscheidung sein. Im Bericht darf die Kampagne dann aber nicht ohne Erläuterung als vollständig von eigener Markennachfrage getrennt bezeichnet werden.

Ausnahmen gehören sichtbar in die Kontokarte

Die Google-Anleitung zu Markenausschlüssen für Performance Max ist die Grundlage für diese Prüfung. Notieren Sie die ausgeschlossenen Marken, den bestätigten Inventarumfang und den Zustand einer verfügbaren Shopping-Ausnahme. Prüfen Sie die tatsächlichen Einstellungen nach Änderungen erneut.

Behandeln Sie PMax weder als pauschalen Ersatz für Brand Search noch als garantiert reinen Non-Brand-Kanal. Ihre Kontokarte darf eine Mischaufgabe ausdrücklich ausweisen. Entscheidend ist, dass Budgetverantwortliche den Umfang verstehen und Ergebnisse nicht mit einer enger definierten Search-Kampagne gleichsetzen. Ein hoher PMax-ROAS allein beantwortet die Frage nach der Nachfrageklasse nicht.

Wenn Shopping bewusst eigene Markenanfragen erhalten soll, legen Sie auch fest, warum: beispielsweise wegen einer gesonderten Produktaufgabe, die anschließend wirtschaftlich geprüft wird. Diese Entscheidung ist keine Aussage, dass die zusätzliche Ausspielung automatisch notwendig oder profitabel wäre. Eine Ausnahme braucht dieselbe verantwortliche Prüfung wie ein Ausschluss. Sie darf nicht nur deshalb bestehen bleiben, weil sie bei der ursprünglichen Einrichtung unbemerkt aktiviert war.

09 · Ausschlüsse

Vermeiden Sie versehentliche Sperren der eigenen Brand-Kampagne

Ausschließende Keywords ergänzen die Markensteuerung, haben aber eine andere Arbeitsweise. Dokumentieren Sie ihren Geltungsbereich: Konto, gemeinsam genutzte Liste, Kampagne oder Anzeigengruppe. Die kontoweiten ausschließenden Keywords gelten automatisch im relevanten Search- und Shopping-Inventar der geeigneten Kampagnen. Wird dort die eigene Marke ausgeschlossen, kann dies auch die ausdrücklich gewünschte Brand-Ausspielung blockieren. Eine für Non-Brand gedachte Bereinigung gehört deshalb nicht unbesehen in einen kontoweiten Ausschluss.

Google beschreibt bei ausschließenden Keywords, welche Schreibvarianten automatisch berücksichtigt werden. Groß- und Kleinschreibung sowie Tippfehler werden laut aktueller Beschreibung automatisch berücksichtigt. Synonyme und Singular-/Pluralformen müssen Sie bei Bedarf ergänzen; es gibt keine allgemeine Erweiterung auf ähnliche Varianten. Negative Broad Match erfasst die enthaltenen Wörter in beliebiger Reihenfolge, Phrase Match in derselben Reihenfolge und Exact Match ohne zusätzliche Wörter. Ein negativer Begriff sperrt daher nicht sämtliche inhaltlich verwandten Anfragen.

Listen als gepflegte Regeln behandeln

Prüfen Sie jede Liste anhand konkreter gewünschter und unerwünschter Suchanfragen. Ein zu breiter Ausschluss kann wertvolle allgemeine Nachfrage unterdrücken, besonders wenn der Markenname einen üblichen Sachbegriff enthält. Erfassen Sie deshalb Begründung, Verantwortlichen und Datum einer Ergänzung. Alte Einträge sollten sich später erklären lassen.

Die ausschließenden Keywords in Performance Max wirken nur im Search- und Shopping-Inventar. Sie lassen sich kampagnenbezogen auch über bestehende Keyword-Listen einsetzen. Eine solche Liste ersetzt keine eigenständige Bewertung anderer Ausspielungen. Bewahren Sie Markenlisten und Keyword-Listen getrennt auf, damit niemand aus einem ähnlichen Namen auf dieselbe Funktionsweise schließt.

STOP: Wenn ein eigener Markenbegriff kontoweit blockiert wird, prüfen und korrigieren Sie zuerst diesen Konflikt. Erhöhte Gebote lösen eine wirksame Ausschlusssperre nicht.

10 · Auswahl

Verwechseln Sie Priorisierung nicht mit einer garantierten Weiterleitung

Wenn mehrere Kampagnen dieselbe Anfrage grundsätzlich erreichen könnten, greifen Auswahl- und Priorisierungsregeln. Ein zur Suchanfrage identisches und für die Auktion geeignetes Exact-Match-Keyword in Search wird im dokumentierten Vergleich vor Phrase/Broad Match, Search Themes und Performance Max priorisiert. Diese Priorisierung betrifft Suchanzeigen; sie ist keine entsprechende Vorrangregel gegenüber Shopping-Anzeigen. Daraus entsteht jedoch keine Garantie, dass jede markenbezogene Anfrage immer in der gewünschten Brand-Kampagne landet. Die Voraussetzungen für die Ausspielung müssen tatsächlich erfüllt sein.

Die Google-Regeln zur Priorisierung von Anzeigen- und Asset-Gruppen unterscheiden Identität, Eignung und weitere Auswahlkriterien. Prüfen Sie Budget, Freigaben, Ausrichtung und andere Einschränkungen der vorgesehenen Kampagne. Eine Kampagne, die nicht an der konkreten Auswahl teilnehmen kann, erhält durch ihren Namen keinen Vorrang.

Positive Abdeckung und negative Grenzen zusammen prüfen

Erfassen Sie die wichtigen Markenformen positiv in der zuständigen Search-Struktur und prüfen Sie die Ausschlüsse der anderen Bereiche. Beide Seiten erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Exact-Keyword deckt außerdem nicht jede denkbare gemischte Anfrage als identischen Wortlaut ab. Für die tatsächliche Verteilung bleiben Suchanfragen und Einstellungen relevant.

Einzelne selbst ausgeführte Suchen eignen sich nicht als vollständiger Nachweis. Auktion, Ort, Zeitpunkt und weitere Bedingungen können abweichen. Verwenden Sie geeignete Vorschau- und Diagnosemöglichkeiten sowie die verfügbaren Berichte. Wenn Abweichungen auftreten, untersuchen Sie zunächst die Teilnahmebedingungen und Regelkonflikte, bevor Sie die Struktur weiter aufteilen.

11 · Geld und Ziele

Trennen Sie Budgetentscheidungen von der Conversion-Definition

Brand und Non-Brand dürfen unterschiedliche wirtschaftliche Aufgaben haben, ohne dass „qualifizierter Lead“ jeweils etwas anderes bedeutet. Für S-B01 und S-N01 bleibt im Beispiel dieselbe vertrieblich bestätigte Anfrage die Grundlage. Unterschiedliche Ziel-CPA oder andere passende Gebotsentscheidungen müssen mit der jeweiligen Aufgabe begründet werden.

Prüfen Sie die tatsächlich für Gebote verwendeten Conversion-Aktionen. Eine vereinheitlichte Zielbezeichnung reicht nicht, wenn andere Aktionen zur Optimierung beitragen. Dokumentieren Sie insbesondere, ob benutzerdefinierte Ziele verwendet werden und welche Aktionen darin enthalten sind. Die gleiche Definition soll den Vergleich ermöglichen, ohne unterschiedliche Aufgaben der Bereiche zu verdecken.

Gemeinsame Budgets und Portfolios sichtbar machen

Eine Trennung in Kampagnen bedeutet nicht automatisch unabhängige Budgetsteuerung. Die Verknüpfung gemeinsamer Budgets mit Portfolio-Gebotsstrategien kann die Bereiche weiterhin verbinden. Bei einer solchen Verknüpfung folgt die Budgetgruppe den Kampagnen der Portfolio-Strategie. Halten Sie diese Beziehungen ausdrücklich in der Kontokarte fest. Wenn unabhängige Entscheidungen benötigt werden, müssen die tatsächlich wirksamen Einstellungen dazu passen.

Setzen Sie kein pauschales Verhältnis wie zehn Prozent Brand und neunzig Prozent Non-Brand als allgemeine Regel. Der Bedarf hängt unter anderem von Markenbekanntheit, Konkurrenz, Angebot und wirtschaftlichen Grenzen ab. Entscheiden Sie anhand der Aufgabe und reifer Ergebnisse. Ein niedriger Brand-CPA rechtfertigt nicht unbegrenzt zusätzliche Ausgaben, und ein höherer Non-Brand-CPA ist nicht automatisch unwirtschaftlich.

Vergleichen Sie neben dem CPA auch das absolute Volumen qualifizierter Anfragen und, soweit verlässlich vorhanden, ihre wirtschaftlichen Werte. Ein Bereich kann günstiger werden, weil er nur noch wenige einfache Fälle erreicht. Umgekehrt kann ein höherer CPA mit wertvolleren Aufträgen verbunden sein. Ohne diese Einordnung bleibt selbst eine korrekt getrennte Brand-Auswertung zu schmal für eine fundierte Budgetentscheidung.

12 · Rechenbeispiel

Erkennen Sie, wenn ein günstigerer Durchschnitt ein Problem verdeckt

Die folgende vereinfachte Rechnung enthält ausschließlich Brand und Non-Brand. Weitere Klassen, unbekannte Anteile oder Änderungen der Messung sind hier bewusst nicht vorhanden. Alle Conversions stehen für dieselbe qualifizierte Anfrage. CPA ergibt sich jeweils aus Kosten geteilt durch Conversions; der Gesamtwert wird aus den Gesamtsummen berechnet.

Mehr Brand-Conversions können den Gesamt-CPA verbessern

Zeitraum Bereich Kosten Qualifizierte Leads CPA Lesart
A Brand 1.000 € 100 10,00 € Günstige bekannte Nachfrage
A Non-Brand 9.000 € 90 100,00 € Ausgangswert allgemeiner Nachfrage
A Gesamt 10.000 € 190 52,63 € Gewichteter Kontowert
B Brand 2.000 € 200 10,00 € Größerer günstiger Anteil
B Non-Brand 8.000 € 64 125,00 € Weniger Leads, höherer CPA
B Gesamt 10.000 € 264 37,88 € Besserer Durchschnitt trotz Non-Brand-Verschlechterung

Die Rechnung beweist weder eine Ursache noch die optimale Budgetverteilung. Sie zeigt eine Veränderung der Zusammensetzung. Prüfen Sie im echten Konto zusätzlich Nachfrage, Wettbewerb, Werte und Datenreife. Unterschiedliche Auswertungszeiträume und noch ausstehende Vertriebsrückmeldungen können einen solchen Vergleich zusätzlich verzerren.

Berichten Sie deshalb Kosten, Ergebnisse und CPA je Klasse neben dem Gesamtwert. Berechnen Sie den Gesamt-CPA nicht als einfachen Mittelwert der beiden Bereichs-CPA. So bleibt sichtbar, welcher Anteil eine Verbesserung trägt und wo eine eigenständige Prüfung nötig ist.

13 · Sichtbarkeit

Geben Sie unbekannten Suchanfragen einen eigenen Platz

Ein Suchanfragenbericht zeigt nicht zwangsläufig jede einzelne Anfrage. Google erläutert die verfügbaren Angaben und Einschränkungen im Bericht zu Suchbegriffen. Sichtbare Zeilen sind deshalb keine vollständige Grundgesamtheit aller Suchen. Benennen Sie im Bericht immer, worauf eine Quote berechnet wurde.

Ein vereinfachtes Beispiel mit vollständig vergleichbarem Suchinventar und Zeitraum: Eine betrachtete Search-Kampagne hat 1.000 Klicks; 800 Klicks lassen sich den sichtbaren Suchanfragen zuordnen. Davon entfallen 80 auf die eigene Marke. Der beobachtete Brand-Anteil beträgt 80 geteilt durch 800, also zehn Prozent der zuordenbaren Klicks. Für die übrigen 200 Klicks bleibt die Suchanfragenklasse unbekannt.

Unbekannt bedeutet weder Brand noch Non-Brand

Übertragen Sie die zehn Prozent nicht ungeprüft auf sämtliche 1.000 Klicks. Ebenso wenig dürfen die 200 unbekannten Klicks automatisch als allgemeine Nachfrage verbucht werden. Berichten Sie die Zuordnungsabdeckung von 800 zu 1.000 Klicks getrennt vom Brand-Anteil innerhalb der sichtbaren Menge.

Für eine Kostenquote benötigen Sie die Kosten der entsprechend sichtbaren und zugeordneten Zeilen; eine Klickquote ist keine Kostenquote. Verwenden Sie für Zähler und Nenner dieselbe Kennzahl, denselben Zeitraum und denselben Umfang. Wenn unterschiedliche Berichte abweichende Zusammenfassungen liefern, dokumentieren Sie diese Grenze, statt die Lücke rechnerisch zu füllen.

14 · Mehrere Berichte

Lesen Sie Kanal- und Markeninformationen getrennt

Search ist ein Kanal; Brand ist eine Einordnung der Suchanfrage. Beide Achsen beantworten unterschiedliche Fragen. Der Search-Anteil von Performance Max sagt nicht automatisch, wie viel eigene Markennachfrage enthalten ist. Umgekehrt beschreibt eine Brand-Quote aus sichtbaren Suchbegriffen nicht die übrigen Kanäle der Kampagne.

Die Google-Dokumentation zum Suchbegriffsbericht in Performance Max beschreibt unter anderem die Aufschlüsselung nach Anzeigenformat und Zielseite. Diese Ansicht unterstützt die Prüfung von Shopping-Ausnahmen; sie ist kein vollständiger Kanalbericht. Daten sind ab März 2023 verfügbar, Store-Visits- und Store-Sales-Conversions sind dort nicht enthalten. Halten Sie diese Grenzen neben Ihrer Suchanfragenklassifikation fest.

Eine konkrete Frage je Bericht

Fragen Sie im Kanalbericht, wo Ausspielung und gemessene Ergebnisse stattfinden. Fragen Sie im Suchanfragenbericht, welche sichtbaren Begriffe zur eigenen Marke gehören. Fragen Sie im CRM, welche Anfragen tatsächlich qualifiziert wurden. Eine weitere Perspektive bietet der Bericht zu bezahlten und organischen Suchergebnissen nach Verknüpfung mit Search Console. Er erfasst bezahlte Textanzeigen, keine Shopping-Anzeigen; organische Daten beginnen mit der Verknüpfung und unterliegen nicht denselben Geografie- und Spracheinstellungen wie Ads. Auch gemeinsame Klickzahlen beweisen deshalb keine zusätzliche Werbewirkung.

Auch ein hoher durchschnittlicher ROAS eines Kanals beweist nicht, dass der nächste zusätzlich investierte Euro dort dieselbe Rendite erzielen wird. Für eine Budgetänderung benötigen Sie eine eigene Hypothese und Beobachtung. Die Kontokarte soll diese Grenzen transparent machen, damit unterschiedliche Kennzahlen nicht zu einer scheinbar eindeutigen Empfehlung verschmelzen.

15 · Einführung

Führen Sie Änderungen mit klaren Abbruchregeln ein

Erstellen Sie vor der Umstellung einen kurzen Änderungsplan: Ausgangszustand, betroffene Kampagnen, neue Regeln, Verantwortlicher und Prüftermin. Beginnen Sie mit einer überschaubaren Einheit. Prüfen Sie nach der Einrichtung zunächst technische Konflikte und Auslieferung, danach reife Ergebnisse. Eine frühe operative Kontrolle ist sinnvoll; ein voreiliges wirtschaftliches Urteil ist es nicht.

Definieren Sie vorab, welche Abweichung eine Untersuchung oder einen Stopp auslöst. Beispiele sind eine blockierte Brand-Kampagne, ein versehentlich kontoweiter Ausschluss, ein abweichendes Conversion-Ziel oder eine nicht genehmigte Shopping-Ausnahme. Wirtschaftliche Grenzen sollten zum Unternehmen passen und dürfen nicht nachträglich so verschoben werden, dass jede Entwicklung als Erfolg erscheint.

Strukturpflege und Wirksamkeitstest unterscheiden

Ein Vorher-nachher-Vergleich allein isoliert den Effekt der Änderung nicht. Falls Sie eine konkrete Wirkung belastbarer prüfen wollen, nutzen Sie den SaleStudia-Leitfaden zum Planen und Auswerten von Google-Ads-Experimenten für eine klare Hypothese und vorher festgelegte Entscheidungsregeln. Nicht jede Kontoumstellung lässt sich mit jedem Experimenttyp sinnvoll abbilden.

Dokumentieren Sie außerdem, welche ursprünglichen Einstellungen sich bei Bedarf wiederherstellen lassen. Ein Rückwechsel stellt frühere Auktionsbedingungen oder Ergebnisse nicht wieder her. Beenden Sie die technische Einführung erst, wenn Zuständigkeiten und Ausschlüsse überprüft wurden; die wirtschaftliche Beobachtung kann darüber hinaus weiterlaufen.

Vereinbaren Sie für die erste Kontrolle einen konkreten Ablauf: wirksame Einstellungen prüfen, auffällige Suchanfragen klassifizieren, Zielaktionen abgleichen und unerwartete Kostenentwicklungen untersuchen. Jede gefundene Abweichung erhält einen Verantwortlichen. Vermeiden Sie mehrere gleichzeitige Korrekturen ohne Protokoll, weil sich sonst weder der Ausgangsfehler noch die Wirkung der Reparatur nachvollziehen lässt. Nach einer notwendigen Sofortkorrektur beginnt die dokumentierte Beobachtung mit dem veränderten Zustand erneut.

16 · Arbeitsregister

Füllen Sie die Kontostrukturkarte mit Nachweisen aus

Nutzen Sie das folgende Register für jede wesentliche Grenze Ihrer Struktur. Die leeren Felder sind bewusst Arbeitsfelder. Hinterlegen Sie den aktuellen Zustand und den Beleg getrennt, damit „eingerichtet“ nicht mit „überprüft“ verwechselt wird. Ein Verantwortlicher und ein Termin machen offene Fragen bearbeitbar.

Acht Prüfbereiche für die Freigabe

Prüfbereich Einzutragen Nachweis Verantwortlich und Termin Status oder STOP
Markendefinition Eigene Namen, Varianten, offene Fälle: ___ Verzeichnis und begründete Zuordnung: ___ ___ ___
Suchanfragenklassen Reihenfolge und gemischte Fälle: ___ Geprüfte Beispielanfragen: ___ ___ ___
Kampagnenzuständigkeit Kennung und erlaubte Nachfrage: ___ Freigegebene Kontokarte: ___ ___ ___
Search-Regeln Ebenen, Listen, AI-Max-Status: ___ Einstellungen und Konfliktprüfung: ___ ___ ___
PMax und Shopping Umfang und genehmigte Ausnahmen: ___ Einstellungen und Berichtsgrenzen: ___ ___ ___
Ziele und Geld Conversion-Definition, Budgets, Portfolios: ___ Wirksame Ziele und Verknüpfungen: ___ ___ ___
Messgrundlage Zeitraum, Reife, Zähler und Nenner: ___ Export, CRM-Abgleich, unbekannter Anteil: ___ ___ ___
Entscheidung Änderung, Grenzen und nächster Prüftermin: ___ Freigabe samt Begründung: ___ ___ ___

Eine saubere Karte beweist noch keinen zusätzlichen Werbeeffekt. Die Frage, ob Werbung gegenüber einer passenden Kontrollbedingung zusätzliche Ergebnisse erzeugt, gehört in einen geeigneten Wirkungsnachweis. Googles Conversion-Lift-Messung beschreibt einen solchen Ansatz unter ihren jeweiligen Verfügbarkeitsbedingungen.

Bewahren Sie ältere freigegebene Versionen auf. So lässt sich später unterscheiden, ob eine Kennzahl wegen einer neuen Klassifikation, einer technischen Änderung oder einer tatsächlichen Entwicklung anders aussieht.

17 · Häufige Fragen

FAQ zur Trennung von Brand und Non-Brand

Braucht jedes kleine Unternehmen eine eigene Brand-Kampagne?

Nein. Entscheidend ist, ob eine unabhängige Budget-, Gebots- oder Verantwortungsentscheidung nötig ist und ob der Nutzen den Pflegeaufwand rechtfertigt. Auch ohne zusätzliche Kampagne sollten Sie Markenbezüge in den sichtbaren Suchanfragen erkennen können. Eine Kampagne ist ein Steuerungsbereich, keine Voraussetzung für jede Berichtskategorie.

Sind Brand-Conversions automatisch bestehende Kunden?

Nein. Die Suchanfrage beschreibt den Markenbezug, nicht die Kundenhistorie. Ein Interessent kann Ihren Namen erstmals nach einer Empfehlung suchen. Umgekehrt kann ein bestehender Kunde mit einer allgemeinen Anfrage zurückkehren. Für neue und bestehende Kunden benötigen Sie eine eigenständige Definition und passende Erkennungsdaten.

Reicht ein Exact-Match-Keyword für den eigenen Namen?

Es hilft bei der gezielten Abdeckung und kann unter den dokumentierten Bedingungen priorisiert werden. Es garantiert jedoch keine vollständige Zuordnung aller Markenvarianten und gemischten Anfragen. Prüfen Sie zusätzlich Eignung, Budget, Ausschlüsse, Markenlisten und die verfügbaren Suchanfragenberichte.

Kann die eigene Marke einfach kontoweit ausgeschlossen werden?

Das ist ungeeignet, wenn Sie dieselbe Marke in einer Brand-Kampagne bewerben möchten. Der kontoweite Ausschluss kann auch diese gewünschte Ausspielung blockieren. Legen Sie die Grenze auf der passenden Ebene an und prüfen Sie gemeinsam genutzte Listen sowie andere wirksame Ausschlüsse auf Konflikte.

Ist Performance Max nach einem Markenausschluss vollständig Non-Brand?

Diese pauschale Aussage ist zu weitgehend. Der Ausschluss betrifft den dokumentierten Inventarumfang, und eine verfügbare Shopping-Ausnahme kann bewusst Markenbezug erlauben. Andere Kanäle sind damit nicht automatisch entsprechend bereinigt. Beschreiben Sie Aufgabe, Umfang und verbleibende Grenzen der konkreten Kampagne.

Welche Quote zeigt unerwünschte Brand-Anteile zuverlässig?

Eine Quote ist nur mit einem klaren Nenner interpretierbar. Teilen Sie beispielsweise Brand-Klicks aus sichtbaren Suchanfragen durch alle entsprechend zugeordneten Klicks. Berichten Sie die unbekannten Anteile separat. Kosten, Klicks und Conversions sind unterschiedliche Bezugsgrößen und dürfen nicht in derselben Quote vermischt werden.

Wann ist der Vergleich nach einer Umstellung belastbar?

Wenn Definitionen und Messung vergleichbar sind, relevante Verzögerungen berücksichtigt wurden und genügend passende Beobachtungen vorliegen. Dafür gibt es keine universelle Zahl von Tagen. Dokumentieren Sie zusätzlich Saison, Angebotsänderungen und andere Einflüsse. Ein Vorher-nachher-Vergleich bleibt ohne geeignete Kontrolle in seiner kausalen Aussage begrenzt.

Beweist ein niedriger Brand-CPA, dass Brand-Werbung zusätzlich wirkt?

Nein. Der CPA beschreibt die zugerechneten Kosten pro gemessener Conversion innerhalb der gewählten Messung. Er zeigt nicht, welche Ergebnisse ohne Werbung entstanden wären. Für eine Aussage über zusätzliche Wirkung benötigen Sie eine passende Kontrollbedingung und ein geeignetes Untersuchungsdesign.

18 · Entscheidung

Geben Sie die Struktur erst nach der gemeinsamen Prüfung frei

Eine belastbare Trennung beginnt beim Markenverzeichnis und endet bei einer verständlichen Entscheidung. Die Kontokarte verbindet beide Seiten: Sie zeigt, welche Anfrageklasse wohin gehört, welche technischen Grenzen tatsächlich wirken und welche Informationen im Bericht fehlen. So können Geschäftsführung, Marketing und Vertrieb dieselben Zahlen mit derselben Bedeutung verwenden.

Der nächste Schritt ist eine ausgefüllte Karte

Beginnen Sie mit S-B01 und S-N01, falls beide Bereiche für Ihr Unternehmen nötig sind. Ergänzen Sie Sonderfälle und weitere Kampagnentypen nur mit einer konkreten Aufgabe. Prüfen Sie vor der Freigabe dieselbe Lead-Definition, alle Ausschlussebenen, Budgetverknüpfungen und die dokumentierten Unbekannten. Halten Sie die Entscheidung schriftlich fest.

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